Am 8. April wird weltweit der „Internationale Roma Day“ begangen – ein Tag, der Sichtbarkeit schafft und ein Zeichen für Anerkennung und Toleranz gegenüber der Community der Rom*nja setzt. Er erinnert an den ersten internationalen Roma-Kongress am 8. April 1971 in London, bei dem Vertreter*innen verschiedener Rom*nja-Communities zusammenkamen, um sich gemeinsam gegen globale Vertreibung und Diskriminierung zu organisieren.
Auch in diesem Jahr fanden in Berlin zahlreiche Veranstaltungen statt, die Geschichte, Gegenwart und Perspektiven der Community sichtbar machen. So organisierte das Rroma Informationszentrum e.V. Rundgänge sowie eine Ausstellung am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma, die über die Verfolgungsgeschichte sowie heutige Lebensrealitäten von Rom*nja informieren. Ein zentraler Moment des Tages war zudem die jährliche ROMADAY Parade. Neben einer gemeinsamen Schweigeminute am Denkmal, satnden Musik, Tanz und politische Botschaften im Mittelpunkt. Die Parade führt durch die Stadt und mündet in ein vielfältiges Abendprogramm im Grünen Salon der Volksbühne.
Dabei betonen die Veranstalter*innen die anhaltende Notwendigkeit politischen Engagements: Die Lebensrealität vieler Sinti*zze und Rom*nja ist weiterhin von Diskriminierung geprägt. Antiziganistische Einstellungen sind tief in der Gesellschaft verankert und äußern sich unter anderem in Vorurteilen, strukturellen Benachteiligungen und konkreten Gewalterfahrungen – sei es in Behörden, im Bildungssystem oder im öffentlichen Raum.
Vor diesem Hintergrund kommt zivilgesellschaftlichen Initiativen eine zentrale Rolle zu. Selbstorganisationen wie das Rroma Informationszentrum e.V. oder Amaro Foro leisten wichtige Aufklärungs- und Informationsarbeit und schaffen Räume für Austausch und Empowerment.
An diese Arbeit knüpft auch unser Projekt Step Forward an, das wir gemeinsam mit dem Rroma Center e. V. und Amaro Foro umsetzen. Im Nachbarschaftsraum Scharnweber 75 im AVA-Kiez in Reinickendorf entsteht so ein niedrigschwelliges Angebot für Kinder, Jugendliche und Frauen aus der Rom*nja-Community.
In regelmäßig stattfindenden Rap- und Hip-Hop-Workshops sowie Theaterworkshops schaffen wir geschützte Räume, in denen Erfahrungen mit Rassismus thematisiert und verarbeitet werden können. Gleichzeitig möchten wir dadurch, Selbstbewusstsein und den Bezug zur eigenen kulturellen Identität stärken. Das Projekt versteht sich als Ort der Begegnung, der Solidarität und der kollektiven Selbstermächtigung.
Die ersten Workshops finden nächste Woche bei uns im Nachbarschaftszentrum in der Scharnweberstraße 75 statt.
- Theaterworkshop mit Clara – Donnerstag, 16.04. 16:30 bis 18:00 Uhr
- Step Forward Rap Workshop mit Stefan Pavlović (Rroma Center e.V.) – Freitag 17.04., 16:00 bis 17:30 Uhr
Kommt einfach vorbei – eine Anmeldung vorab ist nicht erforderlich.





