Wieso, Weshalb, Warum mit Krystina Dombrowe

 – alle Fragen rund um unsere Fortbildungsreihe “Was macht Was”, das entsprechende Curriculum und die Wichtigkeit der Reflexion pädagogischer Macht

Krystina Dombrowe ist Teamende für das Curriculum „Was macht Was“ und gestaltet gemeinsam mit Michael Siegel unsere Fortbildungsreihe zum Curriculum aus.

Liebe Krystina, du hast Michael (damals als Teilnehmender) in einer deiner Fortbildungen mit dem Curriculum „Was macht Was“ das erste Mal in Verbindung gebracht, dieser war direkt begeistert. Wie kamst eigentlich du dazu?

Ich habe 2017 an einer Multiplikator*innenveranstaltung vom DRK zum Curriculum teilgenommen. Wir haben uns lange nur im Rahmen des Deutschen Roten Kreuzes mit dem Curriculum auseinandergesetzt.

Schon 2015 hat das DRK hat gemeinsam mit den Autoren Anne Sophie Winkelmann, Johannes Neumann und dem DRK-Netzwerk Kinderschutz für Kindertagesstätten das Curriculum “Was Macht was?!” entwickelt und anschließend damit begonnen, Multiplikatoren in ganz Deutschland auszubilden. Im Herbst 2019 wurde das Curriculum auch außerhalb des DRK vorgestellt und externe Multiplikator*innen ausgebildet.

Wir haben hier eine Möglichkeit an die Hand bekommen, demokratische
Grundlagen im pädagogischen Kontext voranzubringen und für Bekanntheit des Curriculums zu sorgen.

Im Vordergrund stand und steht bis die Auseinandersetzung der eigenen Biografie mit den Dimensionen von Macht. Hier hatte ich meine ersten Berührungspunkte mit dem Curriculum und es hat mich von Anfang an gefesselt.

Ich hatte die Möglichkeit über die LAG Brandenburg in eine Pilotgruppe zur Auseinandersetzung mit dem Curriculum zu rutschen. Ein gesamtes Jahr vertiefte ich mit anderen Fachberatungen an Hand jedes einzelnen Moduls, mit den Autoren des Curriculums, meine Erfahrungen mit Adultismus und deren Auswirkungen. Hierbei gilt mein besonderer Dank Andrea Behling, die mir somit die Chance zu einer besonderen Reflexion bot und mich dementsprechend privat wie auch beruflich vorangebracht hat.

Warum speziell dieses Thema?

 Auch ich hatte in meiner Arbeit jahrelang mit dem Thema Grenzüberschreitungen in pädagogischen Kontexten zu tun. Viele von den Grenzüberschreitungen die ich erlebte, waren nicht unbedingt beabsichtigt und bewusst verübt, um Kinder zu demütigen oder sie in ihren Rechten zu beschneiden. Ich habe mich gefragt wie ich in meinem Umfeld präventiv arbeiten kann um die Haltung von pädagogischen Fachkräften für mehr Mitbestimmung und Beteiligung von Kinder in den Fokus zu nehmen und Veränderung zu bewirken. Das Curriculum klang für mich wie eine Antwort auf meine Frage.

Oben hast du gesagt, die besondere Reflexion, die sich dir bot, hat dich privat und beruflich vorangebracht, kannst du das konkretisieren?

Mein Selbstverständnis mir, anderen und meiner Arbeit gegenüber ist heute wertschätzender. Mein begeisterter und bewussterer Umgang mit Macht hat mich sensibilisiert für gleichwürdigere Kontakte. Macht ist für mich nicht mehr wegzudenken und spielt für mich in Bezug auf sämtliche Beziehungen die entscheidende Rolle um voranbringende Selbstwirkungserfahrungen erlebbar zu machen.

Ich behaupte, dass sich niemand diesem intensiven und verändernden Erleben entziehen kann in der Reflexion seiner eigenen Biografie. So bin ich mit den Beteiligungsfüchsen in Berührung gekommen. Der Geschäftsführer Michael Siegel nahm an der Bilanztagung zum Projektabschluss von der ersten Phase „Demokratie leben“ teil. Er war aktiver Workshop-Teilnehmer beim „MACHTvollen Einstieg“ des Curriculums. Wie auch bei mir schien es ihm die Antwort auf Veränderung pädagogischer Haltung zu sein. Dies war der Ausgangspunkt für viele weitere gemeinsame Workshop-Erfahrungen und auf beiden Seiten gewinnvoller Kooperation.

Wow, das klingt toll! Nochmal zurück zu den Ursprüngen des Curriculums. Wo liegen diese? 

Die Idee zu dem hier vorliegenden Curriculum entstand im Rahmen einer Multiplikatoren-Ausbildung “Kinderschutz in Kindertageseinrichtungen” von 2012-2013. In dem regen Austausch der angehenden Multiplikatoren sind schnell Themen wie Übergriffe, Implementierung von Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren sowie Kinderschutzfälle besprochen worden. In allen Gesprächen stand die Thematik der Macht in pädagogischen Kontexten im Fokus.

Über das Bundesprogramm “Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit” vom BMFSFJ sind bei verschiedenen Wohlfahrtsverbänden Projekte unter dem Teilbereich “Demokratie und Vielfalt in Kindertagesbetreuung” entstanden. Beim DRK konnte die Konzeptgestaltung einer Workshop-Reihe zur Auseinandersetzung mit erzieherischer Macht mit externen Fachexperte*innen von 2015 bis 2019 initiiert und finanziert werden.

Liebe Krystina, ich danke dir für das tolle, lebhafte und interessante Gespräch.

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