Lernen durch Engagement in den 8. Klassen der Max-Beckmann Oberschule: Die Projekte und Eindrücke von den SchülerInnen

Das Schuljahr neigt sich dem Ende entgegen und so finden auch die Lernen durch Engagement-Projekte der 8. Klassen der Max-Beckmann Oberschule einen Ausklang: Die Klassen haben im Rahmen von Lernen durch Engagement mit gemeinwohlorientierten Trägern des Auguste-Viktoria-Allee Kiezes im Klassenverbund Projekte durchgeführt, in denen sie sich zivilgesellschaftlich engagierten und in verschiedenen sozialen Bereichen wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Bereits Anfang Mai fand hierzu das Abschlussfest für die Lernen durch Engagement Projekte der 8.Klassen der Max-Beckmann Oberschule auf dem Schulhof der Schule statt.

Mindestens genauso spannend ist es aber auch herauszufinden, welche konkreten Projekte die einzelnen Klassen auf die Beine gestellt haben und welche Gedanken den SchülerInnen zu ihren gesammelten Erfahrungen durch den Kopf gehen:

8.11 Ein Tag in Berlin mit Kindern mit dem deutsch-polnischen Hilfswerk e.V. und “Von Generation zu Generation” – Begegnungen von SchülerInnen in der Tagespflegestätte der Diakonie

Die Klasse 8.11 hat, begleitet durch Herrn Drews und Frau Grevenstette zwei Projekte ins Leben gerufen: In Zusammenarbeit mit dem deutsch-polnischen Kinderhilfswerk ein Projekt initiiert, bei dem die Schülerinnen und Schüler polnischen Kindern aus einem Kinderheim einen erlebnisreichen Tag in Berlin ermöglichen wollen. Dabei steht auf der Tagesplanung eine eventuell sogar selbstorganisierte City-Tour und gemeinsames Döner essen. Für finanziellen Rückhalt während des Vorhabens haben die SchülerInnen einen Kuchenbasar veranstaltet und außerdem Geld über den Aktionsfond des Bundesprogramms “Demokratie leben” beantragt.

Im Projekt “Von Generation zu Generation” ist eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus der Klasse 8.11 in der Pflege-Tagesstätte der Diakonie in einen generationsübergreifenden Austausch gelangt. Gemeinsam wurden Gesellschaftsspiele gespielt, junge Menschen lasen älteren Menschen etwas vor oder man tauschte sich im lockeren Rahmen über aktuelle relevante Themen, wie die richtige und effektive Nutzung eines Smartphones, aus.

“Ich glaube, es geht uns darum, die Kinder dort ein bisschen glücklich zu machen und ihnen etwas Gutes zu tun. Das fühlt sich auch für uns gut an.”

“Es wird bestimmt ein bisschen schwierig das Alles so umzusetzen, aber es ist auch krass, dass wir am Ende sagen können das war unser Engagement: Wir haben mit Kindern aus einem Kinderheim eine selbstorganisierte Tour gemacht.”

– Alinan, Nadja, Hellena und Vie aus der Klasse 8.11

8.12 Kinderfest im Kiez: Übergang von Kita in Schule leicht gemacht

Die Klasse 8.12 wurde durch Hannah Ehlers und Geraldine Mormin von der Initiative „Nachbarschaftsaktionen im Kiez“ begeleitet und hat gemeinsam mit der Nachbarschaftsaktion ein Fest für mehrere Kindertagesstätten und Grundschulen aus dem Kiez organisiert und erfolgreich umgesetzt. Die Zielgruppe beschränkte sich einerseits auf Kinder, die kurz vor ihrer Einschulung stehen und andererseits auf Kinder, die im letzten Jahr eingeschult worden sind. Durch das Zusammenkommen wurden so die Übergänge von Kita in Schule gestaltet und es entstand ein gegenseitiges Kennenlernen.

Mit den kleinen SchulanfängerInnen und den Kindergartenkindern verbrachten die Schülerinnen und Schüler einen angenehmen Nachmittag: An verschiedenen Stationen wurde gemeinsam gebacken, gekocht, gebastelt, Spiele gespielt oder Sport getrieben.

“Es war etwas Neues mit Kindern umzugehen, da haben wir etwas gelernt. Die haben sich auch voll gefreut, das hat uns natürlich auch gefreut.”

– Maurice, Lucas und Dennis aus dr Klasse 8.12

Im Rahmen des Projekts erstellte Plakate für das Kiezfest

8.13 Kreativität in der Kita mit der Kindertagesstätte der Segensgemeinde Albert-Schweitzer

Die Klasse 8.13 hat, fünf Gruppen eingeteilt, die durch Frau Urdze und Herr Hopf betreut worden sind, im Projekt “Kreativität in der Kita” in Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte der Segensgemeinde Albert-Schweitzer ein Theaterstück bestehend aus kleinen Sketchen zum Thema Ostern mit den Kindern entworfen, geprobt und anschließend vor der Kita vorgeführt. Außerdem haben die Schülerinnen und Schüler mit den Kindern gebastelt, ihnen etwas vorgelesen und einen Ausflug unternommen.

„Es gab anfänglich ein bisschen Kommunikationsprobleme mit den Erwachsenen dort bei der Kita aber ich glaube wenn ich das nochmal machen würde, könnte ich damit besser umgehen. Es gab auch manche Kinder, die sehr schüchtern waren, aber am Ende hat das doch alles gut funktioniert. Es war ein tolles Gefühl, da zu stehen und zu sehen, was wir auf die Beine gestellt haben.”

– Robert, Klasse 8.13

Eine andere Gruppe hat mit Anbindung an den WAT-Unterricht ein Projekt umgesetzt, in dem sie für bedrohte Insekten ein Hotel zum Überwintern entworfen und selbst gebaut haben. Im Optimalfall soll der circa 1,50m hohe Kasten auf dem Schulhof einen Platz finden.

“Ich hab‘ schon mal mit Holz gearbeitet. Nach dem Projekt könnte man fast sagen, dass ich schon ein richtiger Profi bin wenn es darum geht, mit Holz zu arbeiten.”

– Michael, Klasse 8.13

Robert (links) und Michael (rechts) aus der Klasse 8.13

8.21 LdE mit Senioren in Kooperation mit “Freunde alter Menschen e.V.”

Die Klasse 8.21 hat in einem Altersheim gemeinsam mit recht mobilen, älteren Menschen verschiedene Nachmittagsangebote umgesetzt. Begleitet durch Klassenlehrerinnen Frau Franzen und Frau Seliger hat die Klasse mit den Senioren an mehreren Tagen Waffeln gebacken, Gesellschaftsspiele wie “Rummikub”, “Kniffel” oder “Mensch ärgere dich nicht” gespielt. An einem anderen Nachmittag haben die SchülerInnen an der Medienkompetenzen der Senioren gearbeitet: Beim “Handyführerschein” standen die Jugendlichen für alle erdenklichen Fragen rund um das Thema “Smartphone” zur Verfügung und räumten mit der Unwissenheit ein.

“Von Nachmittag zu Nachmittag wurden es immer mehr Senioren und viele wollten das gern wiederholen. Generell war es sehr entspannt und sehr schön – hat auf jeden Fall Spaß gemacht! Die alten Menschen erzählen halt viele Geschichten, die man sonst nicht hören würde, irgendwie lernt man dabei auch mit anderen Menschen zu kommunizieren.”

– Tony, 8.21

Tony (links) und eine Klassenkameradin, mit der Klassenurkunde für ihr geleistetes Engagement
Plakat zur Dokumentation des Projekts der Klasse 8.21

8.22 Sauberkeit im Kiez und Ostereier-Verzieren

In zwei Projekten, die verschiedener nicht hätten sein können, hat die Klasse 8.22, begleitet von Herr Han und Frau Ewald, einerseits mit dem Quartiersmanagement und andererseits mit “Cooperative Mensch eG.” Zusammengearbeitet.

In Kooperation mit dem Quartiersmanagement hat eine Gruppe ein Müllsammelprojekt umgesetzt, bei dem die Schülerinnen und Schüler an mehreren Dienstag-Vormittagen uniformiert mit orangenen Warnwesten und ausgestattet mit Kehrbesen und Müllbeuteln für Aufsehen rund um die Auguste-Viktoria-Allee sorgten und hoffentlich viele Menschen ins Grübeln über die Wege des eigenen Mülls gebracht haben.

In Zusammenarbeit mit Cooperative Mensch hat eine andere Gruppe der Klasse mit Menschen mit komplexen Behinderungen zusammengearbeitet. In verschiedenen Arbeitsgruppen, in denen zum Beispiel Ostereier und Glocken verziert worden sind, verbrachten die Schülerinnen und Schüler eine schöne Zeit mit den Menschen vor Ort.

(von links) Koraan, Melanja und Melussa mit der Klassenurkunde für ihr Engagement

“Die Leute dort waren sehr lustig und nett: Die haben auch voll oft danke gesagt für alles. Und auch wenn es am Anfang ein bisschen unangenehm für uns war, hat es Spaß gemacht. Ich glaube wir alle haben etwas im Umgang mit Menschen mit Behinderung gelernt.”

– Koraan, 8.22

8.23 Catering für und mit Alba-Berlin

Die Klasse 8.23, betreut durch Herr Mansouri und Frau Ziegler, hatte sich eigentlich für eine Kooperation mit einem Kindergarten entschieden, doch dann kam alles anders: Der langjährige Kooperationspartner der Schule und renommierte Sportverein „Alba Berlin” auf eine Anfrage der SchülerInnen, und interessierte sich für ein Organisations- und Catering-Engagement der Klasse bei verschiedenen Turnieren des Sportvereins. Mit Bravour übernahmen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung am Catering-Stand, in der Turnierleitung oder beim vorbereitenden Einkauf für den folgenden Turniertag. Den Höhepunkt ihres Engagements fand die Klasse bei einem Turnier in der Max-Schmeling-Halle. Bei der Projektpräsentation der Klasse während des “Lernen durch Engagement Abschluss-Fests” war auch Alba Berlin mit einer kleinen Delegation vor Ort und überreichte dem Fachbereich Sport der Schule zum Dank für das Engagement der Schüler sechs nagelneue Basketbälle und außerdem Tickets für die ganze Klasse für das letzte Heimspiel der Albatrosse in diesem Jahr. Was für ein Abschluss!

“Wir hatten verschiedene Teams mit verschiedenen Aufgaben sowie Einkaufen, Aufbauen, Abbauen oder Küche. Wir haben soweit als Klasse alles selbst durchorganisiert und auch wenn natürlich nicht immer alles perfekt geklappt hat, haben wir es durchgezogen. Das ist ein tolles Gefühl.”

– Hilal, 8.23

“Wir haben voll nette Leute kennengelernt, der Trainer und auch der Schiri waren voll cool. Und wir haben für die ganze Klasse Karten für Alba bekommen, richtig gut!”

– Fidaus, 8.23

Wir als begleitende Initiatoren sind beeindruckt von den tollen und wirksamen Projekten, die die 8.Klassen der Max-Beckmann Oberschule realisiert und umgesetzt haben. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen teilhabenden Lehrkräften für ihr Engagement bedanken und hoffen, dass die Schülerinnen und Schüler für sich spannenden Erfahrungen aus ihren jeweiligen Engagements ziehen konnten. Wir sind gespannt und freuen uns bereits auf das nächste Schuljahr mit Lernen durch Engagement an der Max-Beckmann Oberschule.