Die Engagement-Projekttage 2022

Zum Start ins Pfefferwerk kamen rund 135 Schüler:innen der 11. Klasse der Max-Beckmann-Oberschule noch skeptisch. Immerhin liegen die Engagement-Projekttage (EPT) jedes Jahr in den Prüfungstagen des Abis und an diesen Tagen haben viele Schüler:innen frei. Aber man ist ja auch in der Regel nur einmal in der 11. und macht die EPT mit – daher ist es für alle immer das erste Mal. Eine eher skeptische Sicht auf die Tage war jedoch bald verschwunden, denn das Projekt hat es in sich.

In drei Tagen bekommen die Schüler:innen mit, welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt, sich zu engagieren. Sie hören Begründungen, warum es wichtig ist, sich für eine Sache oder für andere einzusetzen und was das mit den Herausforderungen zu tun hat, die man bewältigen muss, wenn man für die Arbeitswelt der Zukunft gut gerüstet sein möchte. Und schließlich wird es auch noch sehr praktisch und am Ende fehlt auch etwas Adrenalin-Kitzel nicht.

Am Tag eins ging es viel um das oben beschriebene Wesen und die persönlichen und gesellschaftlichen Vorteile von zivilgesellschaftlichem Engagement. Zudem wurde dann auch das zweite große Ziel der EPT in den Blick genommen – die Vorstellung des “Lernen durch Engagement Politik Kurs”. Schüler:innen, die am Thema Interesse gefasst haben, können in den 12. Klassen diesen Kurs wählen, um mit der Lehr- und Lernform “Lernen durch Engagement” ein ganzes Schuljahr mit dem Thema zu verbringen. Der Kurs ist bereits mit einem Preis für die verwirklichten Projekte ausgezeichnet worden.

Am zweiten Tag wurde es dann ganz praktisch, denn nun ging es raus, um in einer Art Planspiel tatsächliche gesellschaftliche Bedarfe, Herausforderungen und Probleme zu suchen, für die es gilt, Ideen zu entwickeln, wie man die Dinge verbessern oder auf einen Missstand aufmerksam machen kann. Ausgestattet mit Handy, Tablet und oder Aufnahmegerät ging es vom Sportplatz Scharnweberstraße in Interessens- und Themengruppen zu den verschiedensten gesellschaftlichen Herausforderungen, um nach Problemlagen zu forschen. Davon fanden die Schüler:innen auch die unterschiedlichsten.

Am letzten Tag war es dann so weit, dass die gemachten Erfahrungen, die entdeckten Herausforderungen und identifizierten Problemlagen sowie die entworfenen Lösungsansätze auf spannende Weise präsentiert werden mussten. Es gab insgesamt neun Minipräsentationen von jeweils 10-18 Schüler:innen zu sehen, die wirklich toll waren. Einige Schüler:innen wollten mit sportlichem Engagement einen Beitrag zur Gewaltprävention unter jungen Menschen leisten, andere hatten sich auf dem Gelände der Bonhoeffer Heilstätten mit jemandem verabredet, der ihnen davon berichtete, wie an diesem Ort Versuche mit Menschen gemacht wurden. Sie hatten die Idee, die Geschichten der Opfer wieder sichtbar zu machen. Andere setzten sich für die Umgestaltung des Seidelbeckens in einen Ort der inklusiven Begegnung von Mensch und Natur ein. Alle Ideen wurden mit größtem Engagement vorgebracht und trotz großer Aufregung waren die Ergebnisse wirklich sehenswert. Die Anwesenheit des Stadtrats für Jugend, Alexander Ewers konnte die jungen Menschen noch mal in dem Wert ihrer Ideen und der Bedeutung ihrer Beschäftigung mit dem Thema bestärken. Der Besuch von Vertretern des Ehrenamtsbüros des Bezirks tat sein übriges, den Schüler:innen noch mal zu zeigen, wie wertvoll Ihre Ideen, ihr Mut und ihr Engagement sind.

Gelungene drei Tage sind mit für zivilgesellschaftliches Engagement motivierte und interessierte Schüler:innen schließlich abgeschlossen worden. Der Kurs für die 12. Klasse ist auch im nächsten Jahr gut besetzt und was den Veranstaltern in der Schulsozialarbeit von Beteiligungsfüchse an der Max-Beckmann-Oberschule so noch nie passiert ist – ganz viele Schüler:innen haben sich am Ende für die drei Tage bedankt. Vielleicht lag es auch an der vorzüglichen Verpflegung mit Gebäck am ersten, Suppe am zweiten und Gegrilltem am dritten Tag. Wahrscheinlich war es aber vor allem der unschlagbare Mix aus Wissensvermittlung, selbst zu einem eigens gewählten und wichtigen Thema tätig werden und dann noch das ganze außenrum mit etwas Eventcharakter und dem Gefühl, dass sich für die Schüler:innen andere viel viel Mühe gegeben haben. Das Team von Befu hat da glaube ich, ganze Arbeit geleistet.